
Hackgut
Für ein automatisches Heizen mit Holz in Anlagen größerer Leistungsbereiche über 50 kW werden zumeist Holzhackschnitzel bzw. Hackgut verwendet. Diese werden mit maschinellen Hackern aus Reststoffen der Holzernte und - verarbeitung produziert.
Der spezifische Energiebedarf des Hackvorgangs variiert zwischen 2 und 5 kWh pro Tonne erzeugtem Hackgut. Dies sind weniger als 0,5% der im Holz enthaltenen Energie. Dieser Energiebedarf ist stark von dem Wassergehalt des Holzes abhängig. Hartes, lufttrockenes Holz benötigt etwa 18% mehr Energie für den Hackvorgang als feuchtes, waldfrisches Holz.
"Hackschnitzel" sind in der Regel zwischen 1 und 10 cm lang. Sie haben eine Breite von bis zu 4 cm und sind den drei Handelskategorien (feines Hackgut <3 cm, mittleres Hackgut <5 cm, grobes Hackgut <10 cm) erhältlich. Eine möglichst einheitliche Grüße der Hackschnitzel und ein geringer Wassergehalt sind Voraussetzungen für den problemlosen Einsatz in automatisierten Heizanlagen.
Verunreinigungen wie Steine, Metallteile oder andere Fremdstoffe dürfen nicht in Hackschnitzeln enthalten sein. Neben dieser Voraussetzung dürfen Hackschnitzel für eine saubere Verbrennung nicht zu feucht sein. Eine Restfeuchte von etwa 20% ist anzustreben. Wie bei Holzpellets und Stückholz gilt auch für Hackschnitzel, das nur reines Holz zum Einsatz kommen darf. Verunreinigungen durch Kunststoffe oder Farben, wie sie beim Einsatz von Altholz nicht auszuschließen sind, führen zu erhöhten Schadstoffemissionen und Aschegehalten aus diesem Grund ist ihr Einsatz in Holzkesseln ohne Abgasreinigung im Allgemeinen verboten. Wie bei allen Holzkesseln ist der Ascheschmelzpunkt der Brennstoffe zu beachten um Verschlankungen im Feuerraum zu vermeiden.
Hackgutkessel
Von der technischen Funktion ähneln automatisch beschickte Hackschnitzelkessel, Holz - Pelletkesseln. Die Hackschnitzel werden in der Regel mit Spiral - und Schneckenförderern in den Kessel eingebracht. Da die Hackschnitzel jedoch weniger homogen sind als Pellets sind die Fördereinrichtungen wesentlich größer und robuster ausgeführt. Ihr Leistungsbereich beginnt bei circa 35 kW und kann je nach Ausführung auch mehrere Megawatt betragen.
Die Technologie dieser Kessel ist ausgereift und leistungsfähig, jedoch sind Hackschnitzelkessel aufgrund der höheren Grundkosten für Kessel, Lagerbunker und Fördereinrichtungen nicht für die Leistungsklasse „Einfamilienhaus“ gedacht. Wirtschaftlich können sie immer dort eingesetzt werden, wo das ideale Anwendungsgebiet von Holzpellets aufhört, also bei Mehrfamilienhäusern, landwirtschaftlichen Anwesen und kommunalen Gebäuden.
Aufgrund ihrer hohen Leistungsbreite(35 kW bis ca. 7MW) sind generelle Aussagen über die Art der Abgasführung, Zuluftleitungen, Brandschutzvorschriften, Anfahrtswegen und Lagerdimensionierung nicht möglich. Hackschnitzelheizungen müssen individuell auf das Objekt und deren Rahmenbedingungen zugeschneidert werden.