Solares Wohnen

Solare Wärme - nicht nur zur Blauen Stunde

Ob eine solarthermische Anlage über die Trinkwassererwärmung hinaus auch einen Beitrag zur Abdeckung des Heizwärmebedarfs leisten kann, hängt im wesentlichen von folgenden zwei Parametern ab. Die solare Heizungsunterstützung verlangt einerseits ein Niedrigtemperatursystem für die Wärmeübertragung an den Raum und andererseits einen hohen energetischen Standard der Gebäudehülle. Je optimaler diese Parameter zu Verfügung stehen, desto höher ist der solare Deckungsanteil zur Heizungsunterstützung. Besonders geeignt sind Wandflächen- oder Fußbodenheizungssyteme, da diese mit sehr geringen Vorlauftemperaturen genügend Wärme an die Raumluft übertragen. Folglich genügen schon niedrige Kollektortemperaturen, wie sie im Winter und vor allem der Übergangszeit zu Verfügung stehen.

Die Zielsetzung der solaren Heizungsunterstützung verlangt eine Ausrichtung, die besonders für die Zeit der Heizperiode festgelegt werden muss. Auch sind die Kollektorfelder größer als zur reinen Trinkwassererwärmung, um in der Heizperiode einen entsprechenden Ertrag erreichen zu können. Im Sommer wird jedoch nur die Trinkwassererwärmung benötigt, was zu einer Überdimensionierung des Kollektorfeldes im Sommer führt und hohe Stillstandstemperaturen die Folge sind. dies Beansprucht nicht nur das Bauteil Kollektor, sondern verschlechtert auch den Wirkungsgrad der Solarananlage. Wichtig ist die Kenntnisnahme des Jahreslaufs der Sonne, nach dem die Ausrichtung zu wählen ist. Aus diesem Grund ist ein steiler Kollektor-Anstellwinkel von mindestens 60° zu wählen, um einer übermäßigen Überhitzung im Sommer entgegenzuwirken. Diese Aufstellung "verschlechtert" die Anlage für den Sommer und optimiert sie für den Winter.

Eine weitere anlagentechnische Lösung bietet allerdings die sommerliche Beladung eines Saisonal-Wärmespeichers oder eines anderen Wärmereservoirs. Ebenso können selbst im Winter Kollektortemperaturen, die zu niedrig sind, um in einem zentralen Pufferspeicher eingeschichtet zu werden, einen Niedrigstemperaturspeicher thermisch beladen, um beispielsweise die Sole einer erdgekoppelten Wärmepumpe nachzuerwärmen. Auf diese Weise würde nicht nur der Solarertrag maximiert, der Wirkungsgrad erhöht sondern auch die Jahresaufwandszahl der Wärmepumpe verbessert werden.