Der Mensch als Wärmekörper

Ein wesentlicher Faktor der internen Wärmegewinne ist der Mensch als Wärmekörper selbst, der durch seine Körpertemperatur von 37 °C und einer entsprechenden Körperoberflächentemperatur Wärme an seine Umgebung (Raumluft) abgibt. Dieser Wärmeübergang folgt entsprechend der Temperaturdifferenz zwischen Körperoberfläche und Umgebungstemperatur. In ruhiger Position gibt der Mensch ca. 80 Watt Wärme ab, bei leichter Bewegung schon mehr als 200 Watt, bis hin zu 600 Watt und mehr, entsprechend seiner Bewegung bzw. Aktivität. Allein hieraus ist zu erkennen, dass Wärme in unmittelbarem Zusammenhang mit Arbeit steht.

Wohnkomfort ist Leben in thermischer Behaglichkeit

Eine ausgeglichene Temperaturdifferenz zwischen Körperoberfläche und Umgebung beeinflusst maßgeblich die empfundene thermische Behaglichkeit und steigert das Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden. Der Mensch verlangt nach einer minimalen und maximalen Temperaturdifferenz, entsprechend seines Aktivitätsgrades. Je größer die Temperaturdifferenz ist, desto mehr Wärme wird über die Körperoberfläche entzogen. Diese Art des Wärmeentzugs empfindet der Mensch dann als Kälte, wenn der Wärmeentzug größer ist, als die momentane Wärmeabgabe. Steigert der Mensch demnach seine körperliche Aktivität, so empfindet er keine Kälte mehr. Durch die Kleidung wird der Wärmeentzug an die Umgebung beeinflusst. Der Mensch überträgt Wärme an seine Umgebung aber nicht nur durch Strahlung, sondern ebenso durch Konvektion und Verdunstung, mit der auch Feuchtigkeit freigesetzt und an die Umgebung abgegeben wird.

Wohnen heißt auch Raumluftbelastung durch den Menschen

Grundlage der Wärmeabgabe ist sein organischer Verbrennungsprozess, der – wie jeder  Verbrennungsprozess – Sauerstoff benötigt. Der Mensch entnimmt seiner Umgebung Sauerstoff und führt ihr im Tausch dafür Co² zu, was die Raumluftqualität mit anderen Schadstoffen (Einrichtungsgegenstände, Farben, Lacke usw.) zusätzlich belastet. Zur Feuchteabgabe durch Verdunstung kommt noch die Feuchtebelastung aus Arbeitsprozessen, wie beispielsweise das Kochen. Besonders die Hygieneräume mit temporär sehr hohen Temperaturdifferenzen und dem daraus entstehenden Schwitzwasser an den Fensterinnenflächen wegen zu großer Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Rauminnenluft, sind besonders mit Feuchte belastetet.

Wesentliche Anforderung an die Raumlufthygiene ist der Austausch von belasteter Raumluft (Feuchte und Schadstoffe) und frischer Außenluft (Sauerstoff), als Basis für das Wohlfühlklima in den eigenen vier Wänden.