Raumlufttemperatur und Heizgrenze

Es macht im Familienhaus wenig Sinn, die Wohnraumtemperatur für den Zeitraum, in dem sich niemand im Haus befindet, herab zu senken. Der Aufwand, die Temperatur wieder anzuheben ist energetisch wesentlich aufwändiger, als eine sanfte Regulierung, welche für eine konstante mittlere Raumlufttemperatur entsprechend den Anforderungen des Nutzers, sorgt. Dies freilich unter Berücksichtigung sämtlicher Wärmegewinnpotentiale. Je konstanter die Wohnraumtemperatur ist, desto effizienter ist der Bereitstellungsaufwand durch die Regelungstechnik. Eine entsprechende Planung der Wärmenutzungsanlage bezüglich der Wärmeübertragung an die Raumluft ist die Grundlage einer energieeffizienten Wohnwärmegestaltung.

Raumlufttemperierung ist der Ausgleich von Wärmeverlusten

Die Herausforderung an eine konstante Raumlufttemperatur innerhalb der thermischen Hülle definiert sich im wesentlichen durch den Ausgleich der Temperaturdifferenz zwischen der wechselnden Außentemperatur und der gewünschten Raumlufttemperatur im Wohnbereich. Dies ergibt sich aus dem Naturgesetz, dass Wärme mit einer hohen Temperatur immer zur Wärme mit einer niedrigen Temperatur hinstrebt. Im Winter entsteht diese Situation im Material der Umschließungsflächen innerhalb der Heizperiode. Je größer die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft- und Außenlufttemperatur, desto größer werden diese Transmissionswärmeverludte, welche durch den Wärmedämmstandard der Umschließungsflächen definiert bzw. auf ein Minimum zu reduzieren sind.

Wärmeschutz, Konstruktion und Dichtheit des Gebäudes

Je besser der energetische Standard des Gebäudes, desto kürzer ist die Heizperiode. Durch eine Verkürzung der Heizperiode werden auch die Betriebsstunden der Bereitstellung reduziert, was wiederum eine Verringerung der Jahresbetriebskosten bedeutet. Entsprechend den internen Gewinnen und dem Wärmedämmstandard der Gebäudehülle variiert der Begriff Heizgrenze zwischen 18 °C und bis zu 8 °C Außentemperatur. Ab diesem Temperaturpunkt setzt die Heizperiode ein. Je niedriger die Außentemperatur sinkt, um so größer ist der Erwärmungsaufwand, welcher an seiner tiefsten Stelle von bis zu – 20 °C je nach Region, als wesentliches Planungskriterium zur Wärmeübertragung an den Raum durch die Heizlastberechnung ermittelt wird.

Der Ansatz einer energieeffizienten Wohnwärmeversorgung ist nicht nur die Art der Wärmeerzeugung, sondern grundsätzlich die Planung der Wärmenutzungsanlage als solche, welche die Arbeit der Wärmeübertragung an den Raum mit dem gerinsten Aufwand zu erledigen hat.